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Bald wird geblecht
Oktober 2005 – Schlechte Nachricht für alle bayerischen
Studenten: Ab Sommersemester 2007 können Bayerns Unis
300 bis 500 Euro und die FHs 100 bis 500 Euro Studiengebühren
verlangen. Das beschloss das bayerische Kabinett am Dienstag,
den 25. Oktober. Ausnahmen sollen hierbei nicht die Regel
werden: Nur fünf bis sieben Prozent der Studenten sollen
von den Gebühren aus sozialen Gründen befreit werden
können. Ausnahmen werden gemacht, wenn Studenten mindestens
zwei Geschwister oder eigene Kinder haben. Urlaubs- oder Praktikumssemester
übrigens sowie Promotionsstudiengänge in den ersten
drei Jahren bleiben kostenfrei, ebenso das Praktische Jahr
bei Medizinstudenten. Zur Finanzierung sollen alle Studenten
an bayerischen Hochschulen elternunabhängige Darlehen
ohne Sicherheiten bekommen können, die erst nach Abschluss
des Studiums je nach Einkommen in Raten zurückzuzahlen
sind. Die Hochschulen fürchten indes nach Angaben von
Spiegel Online, "dass die Mittel im Bürokratiewust
verschwinden".
Studium im Schneckentempo
Oktober 2005 – Karriere im Kriechgang: Deutsche Studenten
brauchen immer noch zu lange bis zum Abschluss, wie eine neue
Studie des Wissenschaftsrats belegt. Dabei gibt es große
Unterschiede zwischen den Universitäten: Während
das Studium im Norden besonders viel Zeit kostet, dürfen
sich bayerische Studenten mit dem Titel "Die Schnellsten
unter den Lahmen" schmücken. In Hamburg und Bremen
dagegen verbringen Studenten richtig viel Lebenszeit: Wer
in Bremen etwa Germanistik studiert, bleibt in der Regel neun
Jahre an der Uni. Soziologen verlassen die Hochschule nach
19,3 Semestern, Historiker brauchen 15,4 Semester bis zum
Abschluss.
In fast allen Studiengängen bleiben die bayerischen Absolventen
dagegen weniger Jahre an der Uni als anderswo. Das ist Kultusminister
Thomas Goppel (CSU) nicht genug: "Wir werden weiter mit
Nachdruck daran arbeiten, die Studienzeiten zu verkürzen",
erklärt er - und nennt bessere Betreuung und Kontrolle
als künftige Erfolgsformel. Jährlich knapp drei
Millionen Euro will er dafür ausgeben. Ferner müssen
bayerische Hochschüler bis zum Ende des vierten Semesters
künftig eine Zwischenprüfung ablegen. Wer dagegen
im Grundstudium bummelt, wird zum Beratungsgespräch gerufen.
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13 LMU-Fächer gestrichen!
Juni 2005 An bayerischen Hochschulen werden 30 Studiengänge
gestrichen - vor allem geisteswissenschaftliche Fächer, wie
das Bayerische Kabinett jetzt entschieden hat. Allein an der
Ludwig- Maximilians-Universität (LMU) werden 13 Studiengänge
dicht gemacht - darunter Sozial- und Wirtschaftsgeschichte,
Theoretische Linguistik, Lateinische Philologie des Mittelalters
und Wirtschaftsgeographie. Die Technische Universität (TU)
dagegen bleibt verschont.
Die Entscheidung basiert auf den im vergangenen Jahr vorgelegten
Strukturkonzepten der Hochschulen und der Empfehlungen einer
Expertenkommission vom März 2005. Durch diese Schließungen
soll erreicht werden, dass die Hochschulen künftig Schwerpunkte
bilden und ihre Gelder effektiver nutzen. An allen Unis aber
sollen die derzeitigen Studenten noch ihren jeweiligen Abschluss
machen können.
Aufschub für Bezahl-Studium
Mai 2005 Überraschenderweise bekommen Bayerns
Studenten noch ein paar Semester Aufschub, bis sie Studiengebühren
bezahlen müssen: Erst zum Sommersemester 2007 sollen
sie für den Unibesuch blechen müssen - und nicht,
wie anfangs angekündigt, zum Wintersemester 2005/06.
Vom Aufschub könnte nicht zuletzt die in Bayern regierende
CSU profitieren: Immerhin wird das heikle Thema "Studiengebühren"
somit erst nach der Bundestagswahl 2006 umgesetzt. Gegenüber
der Süddeutschen Zeitung sagte eine Sprecherin des Wissenschaftsministerium:
"Die Studienbeiträge sollten in die Reform des Hochschulgesetzes
mit aufgenommen werden." Den Hochschulen solle eine Vorlaufzeit
gegeben werden, damit diese die zielgerichtete Verwendung
der Gelder sicherstellen könnten.
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Gläserne Studenten?
April 2005 Seit 1. April ist das neue Bafög-Steuergesetz
in Kraft: Durch dieses "Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit"
sind die Bafög-Ämter der Studentenwerke nun befugt, auf Kontenstammdaten
wie Name, Adresse oder Kontonummer von Studenten zurückzugreifen.
Besteht der konkrete Verdacht, dass ein Student, der Bafög
beantragt, ein Konto oder Depot verheimlicht, können die Studentenwerke
dies kontrollieren. Wolff Wölffing, Leiter des Münchner Bafög-Amtes
hierzu in einem Interview: "Nur, wenn wir extreme Anhaltspunkte
für einen Betrug haben, würden wir von der Regelung Gebrauch
machen. Den Gläsernen Studenten wird es sicherlich nicht geben."
Aktuell beziehen rund ein Viertel der zwei Millionen Studenten
in Deutschland Bafög. Nur sieben Prozent seien beim bisherigen
Datenabgleich auffällig geworden.
Studiengebühren im Anmarsch
Januar 2005 Revolution an Deutschlands Unis: Das Bundesverfassungsgericht
hat am 26. Januar den Weg für Studiengebühren ab dem ersten
Semester freigemacht. Einige Bundesländer, darunter Bayern,
wollen bereits im nächsten Wintersemester damit starten. Dann
werden bis zu 500 Euro pro Semester fällig. Der Konstanzer
Asta sammelt daher dringend Unterschriften gegen die Gebühren:
Er bittet darum, auf die Homepage www.asta.uni-konstanz.de/petition/indexpet.htm
zu klicken, und sich einzutragen. Es geht um den Versuch,
eine Million Stimmen zu sammeln es gebe nämlich eine
Richtlinie, wonach Petitionen, die von über einer Million
Bürgern unterzeichnet sind, vom Gesetzgeber nicht übergangen
werden können. Zurzeit sind gut 220.000 Stimmen beisammen.
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