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MAYERS
- Ausgabe 4/2004 |
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Wie gehts? Wo drückt der Schuh?
Wie stehen die Aktien? Muss ja! Nur, nach dem Aufstehen,
da war ich ziemlich müde, das war weniger angenehm. Gegen
Mittag wars dann besser, und beim Mittagessen selbst
eine Käse-semmel richtig klasse. Nachmittags Referat
ausarbeiten, da gings so lala. Abends aber Kino
super. Und selbst? Und sonst? Und seid mal ehrlich: Interessiert
das jemanden? Oder ist es einfach nur praktischer Small Talk,
zu fragen, wies geht? Gehts noch?
Keine Sorge: Das neue MAYERS will Euch nicht dazu
auffordern, Euch jetzt, im Advent, nach dem Befinden Eurer
Kommilitonen zu erkundigen. Eigentlich hatten wir vor allem
Spaß daran, Leuten, die es besser als wir wissen, Fragen
zu stellen wie: Unifusion wie gehts? Einen Traummann
angeln wie gehts? Ein Plattenlabel als Abschlussarbeit
gründen wie gehts?
Und danke, bei uns gehts schon. Uns gibts inzwischen
seit 16 Jahren. Wir suchen immer noch nach weiteren Anzeigenverkäufern,
damit wir es uns endlich wieder leisten können, quasi
dick wie ein Buch zu werden, aber muss ja auch so. Und sonst?
Freue ich mich, dass an diesem MAYERS neben hochmotivierten
neuen Mitarbeitern auch einige alte MAYERS-Hasen mitgearbeitet
haben.

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Wie fusioniert
man die Münchner Unis, Herr Goppel?
Die beiden Münchner Universitäten LMU und TU
sollen intensiver kooperieren und möglicherweise zu einer
Groß-Universität verschmelzen. Aber geht sowas
eigentlich? Im Interview mit MAYERS-Redakteurin Katrin Braun
erklärt Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel,
wie er sich eine Zusammenarbeit der Hochschulen vorstellt.
Herr Goppel, wie bringt man TU und LMU, starke Universitäten
mit eigenem Selbstbewusstsein, unter einen Hut?
LMU und TU haben sich im Juli dieses Jahres auf die Notwendigkeit
einer gemeinsamen Strukturplanung für den Hochschulstandort
München verständigt. Es ist richtig, dass beide
Universitäten ihren eigenen Charakter haben. Die Universitäten
erkennen aber das Potenzial, das sich aus einer engeren Verbindung
ergibt, um Forschungsprofile zu schärfen und Lehrprofile
zu optimieren. Ziel ist es, den Hochschulstandort München
im internationalen Wettbewerb noch besser zu positionieren.
Besteht dabei nicht die Gefahr, dass die Vielfältigkeit
einzelner Fächer und verschiedener Forschungsansätze
verloren geht?
Nein. Es geht nicht um eine Beschränkung von Fächern,
sondern gerade umgekehrt um den gegenseitigen Nutzen. Wenn
an einer Universität heute bereits die fachübergreifende
Zusammenarbeit unverzichtbar für viele Projekte in Forschung
und Lehre ist, muss diese enge Verbindung auch zwischen zwei
Universitäten an einem Standort möglich sein. Wenn
dadurch noch effizienter gearbeitet wird, werden Ressourcen
frei, die für verbesserte Studienbedingungen und Forschungsprojekte
am Hochschulstandort München zur Verfügung stehen
können.
Sind die beiden Unis als eigenständige Häuser nicht stärker,
wenn sie gegenseitig in Konkurrenz stehen als wenn sie als
"Monsteruni" agieren?
Betrachten Sie die Situation etwa in der Münchener Hochschulmedizin:
München hat gegenwärtig getrennte Hochschulmedizinstandorte
von LMU und TUM mit hohen Bettenzahlen und Doppelangeboten,
ein Zustand, den der Wissenschaftsrat seit langem kritisch
anmahnt. Hier erreichen wir durch sorgfältig abgewogene Strukturmaßnahmen
für den Hochschulmedizinstandort München als ganzen, dass
die Hochschulmedizin als leistungsfähiger Innovationsmotor
im Gesundheitsbereich erhalten bleibt. Das können die Hochschulen
für sich alleine nur schwerlich, wenn überhaupt leisten.
Sie haben kürzlich gesagt, dass die Zusammenarbeit
beider Unis eine gemeinsame Verpflichtung sei. Eine Fusion
sei diesbezüglich aber nur eine Möglichkeit. Alternativen
hierzu wären gemeinsame Schools und ein Holdingmodell.
Was kann man sich darunter vorstellen?
In Bayern arbeitet derzeit die mit internationalen Experten
besetzte Kommission "Wissenschaftsland Bayern 2020" - die
"Mittelstraß-Kommission" - mit dem Auftrag, auf der Grundlage
eines von den Hochschulen vorgelegten Konzeptpapiers konkrete
Empfehlungen zur Gestalt und Struktur der Hochschullandschaft
Bayern zu geben. Die Münchner Universitäten haben in ihren
Konzepten festgestellt, dass der Universitätsstandort München
aufgrund seiner Größe, seiner fachlichen Vielfalt und seiner
internationalen Bedeutung zu einer gemeinsamen Strukturpolitik
verpflichtet ist, die diesem Anspruch auch wirklich gerecht
wird. Um die Umsetzung dieses Anspruchs geht es nunmehr. Nach
Gesprächen mit der LMU und der TUM hat die Kommission eine
erste grundsätzliche Stellungnahme zur Universitätsstruktur
in München vorgelegt.
Die Kommission hat für München ein Integrationsmodell
empfohlen, das die Forschungs- und Lehrprogramme der beiden
Münchener Universitäten zusammenführt. Über
nähere Einzelheiten einer solchen Integrationslösung,
die bis hin zu einer Fusion der beiden Münchner Universitäten
führen kann, aber nicht notwendigerweise muss, beraten
die Kommission und eine gemeinsame Arbeitsgruppe beider Universitäten
derzeit intensiv. Diesen laufenden Gesprächen greife
ich nicht vor.
TU-Präsident Wolfgang Herrmann spricht davon, Geistes-
und Ingenieurwissenschaften zu verbinden. Stimmen Sie dem
zu? Wie kann man sich eine solche Verbindung vorstellen?
Geisteswissenschaften sind fester Bestandteil unserer Bildungs-
und Hochschullandschaft und dürfen im gegenwärtigen
Prozess nicht vernachlässigt werden. Geisteswissenschaftliche
Fächer sind absolut notwendig, um unseren kulturellen,
intellektuellen und zivilisatorischen Diskurs beständig
weiterzuführen und dabei Antworten zu erarbeiten, die
von den wirtschaftsorientierten Fächern oft nicht gegeben
werden können. Wir brauchen auf Gebieten wie etwa der
Ethik, Theologie und Jurisprudenz mindestens ebenso rasche
Fortschritte wie es sie in den Naturwissenschaften beispielsweise
bei der Entschlüsselung der Bausteine des Lebens gibt.
Technologie und Fortschritt sind ohne Kultur nicht zu haben,
deshalb müssen beide Bereiche so eng wie möglich
zusammenarbeiten.
Droht aus Anlass der Zusammenführung eine Einsparung?
Die Bayerische Staatsregierung hat trotz der angespannten
Lage der öffentlichen Haushalte überall in Deutschland
gerade beschlossen, den Hochschuletat in Bayern im Jahr 2005
um 4,1 Prozent und im Jahr 2006 um nochmal 3 Prozent zu erhöhen.
Bildung hat in Bayern oberste Priorität.
Wie können Studenten von der derzeitigen Entwicklung
profitieren?
Der ganze Prozess der Profilbildung, Vernetzung und Integration
in Bayern erfolgt doch gerade für die Studierenden! Ziel
ist, die bestmögliche Qualität in allen Fächern
bayernweit anzubieten und gleichzeitig durch effektives Zusammenarbeiten
Ressourcen zu gewinnen, die dann gezielt in die Verbesserung
von Lehre und Forschung an unseren Hochschulen investiert
werden können. Hiervon profitiert die Studentin, der
Student unmittelbar. Ein Hochlohnland wie Deutschland bleibt
nur dann international innovations- und wettbewerbsfähig,
wenn wir jeden einzelnen Studierenden auf dem bestmöglichen
Niveau ausbilden.
Ziel der Zusammenführung von LMU und TUM soll sein,
die Uni München in der Reihe der zehn weltbesten Unis
aufzulisten. Soll die Groß-Uni Münchens zu einer
Elite-Uni werden?
Elite ist eine Qualität, die ihre Bestätigung in
der Blüte erlebt, nicht im Keim. LMU und TUM stehen bereits
heute in den nationalen Hochschulrankings mit Spitzenpositionen
glänzend dar. Der jetzt angestoßene Prozess soll
dazu führen, dass sich München als Wissenschaftsstandort
auch international noch stärker etabliert. Im Moment
richtet sich unser Augenmerk aber auf die Konzeptarbeit, nicht
auf mögliche zukünftige Ranglistenplätze.
Der von der Expertenkommission Wissenschaftsland
Bayern 2020 vorgeschlagene Name University of
Munich entspricht, wie man lesen kann, nicht Ihren Vorstellungen
für den Namen einer Münchner Großuniversität.
Welche Alternativen fallen Ihnen spontan ein?
Wir wollen uns in der Wissenschaftswelt mit der deutschen
Sprache nicht verstecken. Denken Sie nur an die Osterweiterung
der EU. In den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern
liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die
Deutsch lernen, zwischen 50 und 80 Prozent. Deutsch als Wissenschaftssprache
zu pflegen, hat deshalb hohen gesellschaftlichen und wissenschaftspolitischen
Stellenwert. Dieser Hintergrund spricht für einen deutschsprachigen
Namen. Aber auch in der Diskussion um den Hochschulstandort
München gilt: Erst der Inhalt, dann der Name.
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Ein Musiklabel als Diplomarbeit?
So gehts!
Eine Erörterung von Kants Kritik der reinen Vernunft?
Oder eine Laborforschung zu den richtigen Mischverhältnissen
von Lehmbaustoffen? Studieren kann einem ganz schön auf
den Geist gehen, wenn man nach dem richtigen Thema für
die Abschlussarbeit sucht. Ein Problem, das Bernd Hofmann
(30) nicht hat. Er studiert Malerei an der Akademie der Bildenden
Künste und reicht sein Musiklabel red.can.records als
Diplomarbeit ein. MAYERS-Redakteur Alex von Streit sprach
mit dem Plattenkünstler.
Was hat denn ein Plattenlabel mit Kunst zu tun?
Es hängt natürlich schon ein wenig davon ab, ob
die Gewichtung mehr in Richtung Individualität oder Wirtschaftlichkeit
geht. Grundsätzlich geht ein Label aber doch von der
Musik aus und die ist in jedem Fall das Produkt künstlerischen
Schaffens. Darüber hinaus kann man mit der Verpackung
dieser Musik sehr kreativ und künstlerisch wertvoll umgehen.
Einerseits, weil begabte Menschen Bilder und Grafiken als
Vorlage liefern. Zum anderen, wenn man das vorhandene Material
so einsetzt und verwendet, dass am Ende ein rundes, kompaktes
und in sich schlüssiges Werk entsteht, das sich von der
Masse der anderen Produkte abhebt. Bei red.can.records. ist
das ein Prozess, in dem alle beteiligten Künstler und
Materialien miteinander kommunizieren.
Du presst deine Veröffentlichungen auf durchsichtiges
oder farbiges Vinyl und steckst es in handbedruckte Siebdruck-Cover
das ist ja ein ganz schöner Aufwand für ein
kleines Musiklabel!
Ja, aber genau darum geht es. Das Artwork und die äußere
Form ist bei uns ebenso wichtig wie die Musik. Ich bin der
Meinung, dass unsere Bands es verdient haben, wahrgenommen
und gehört zu werden. Ich versuche eben als Label, meinen
Beitrag dazu zu leisten, indem ich schöne Veröffentlichungen
mache, die aus der Masse herausstechen.
Aber ist es nicht so, dass die meisten Leute CDs kaufen?
Gerade im Bereich Indie- und Gitarrenmusik ist ein großes
Interesse an Vinyl vorhanden und die CD als Medium hat einfach
ihre große Zeit hinter sich. Viele haben gemerkt, dass
das ein sehr beliebiges Ding ist, bei dem das Artwork immer
sehr, sehr klein und kaum zu fassen, geschweige denn zu lesen
ist. Und da entdecken eben immer mehr die Liebe zum Vinyl
und zum Artwork, das man in der Hand halten kann. Außerdem
ist die Auseinandersetzung mit einer Platte einfach größer
als bei einer CD. Schon allein dadurch, dass man eine Platte
umdrehen muss, beschäftigst du dich damit, was auf der
ersten Seite und was auf der zweiten Seite ist. Du hörst
dir eine Platte von vorne bis hinten durch, im Gegensatz zur
CD, wo du dir die Reihenfolge der Lieder beliebig zusammenstellen
kannst. Eine Band denkt sich ja auch meistens was beim Aufbau
ihrer Songs und ihrer Tracklist.
Und was sagt die Kunstakademie zu jemandem, der ein Plattenlabel
als Diplomarbeit präsentieren will?
Ehrlich gesagt bin ich auch gespannt, wie die Damen und Herren
vor Ort auf diesen Vorschlag reagieren werden. Das geht vielleicht
noch am ehesten als Konzept-Kunst beziehungsweise als konzeptionelle
Arbeit durch. So war es anfangs auch angelegt: Platten machen
und vertreiben in Verbindung mit den Kenntnissen, die
ich mir an der Akademie aneigne, um sie dann bei red.can.
anzuwenden. Der Siebdruck kommt bei den Plattencovern, bei
Stickern, Plakaten und T-Shirts zum Tragen. Was ich über
Grafik- und Webprogramme gelernt habe, wird bei der Gesamtgestaltung,
bei Anzeigen, auf unserer Homepage angewandt. Gut möglich,
dass red.can.records. und alles, was drum herum in den vier
Jahren entstanden ist, trotzdem nicht ausreicht. Dann muss
ich wohl noch ein paar hübsche Bilder und Drucke zusätzlich
präsentieren. Als hilfreich bei der Präsentation
meines Vorschlags könnte sich vielleicht der Querverweis
auf die Diplomarbeit zweier Absolventen der Hochschule für
Medienmanagement in Mittweida erweisen. Die haben erfolgreich
eine recht umfassende Arbeit über die Planung, Gründung
und Etablierung eines eigenen, in diesem Fall jedoch fiktiven
Labels eingereicht.
Das red.can.-Büro ist ja statt dessen eine richtige
kleine Werkstatt mit Buttonmaschine und Siebdruck ...
Wir wollen vor allem kleinere Bands unterstützen, zum
Beispiel wenn es darum geht, T-Shirts zu bedrucken. In der
Regel bekommt man so etwas ja erst ab einer Auflage von 50
Stück, darunter geht in den seltensten Fällen was.
Und das ist gerade für eine kleine Band meistens zu viel.
Wir bieten ihnen eben kleinere Auflagen. Dann produzieren
wir Buttons. Das kam aber daher, dass wir eine Maschine gekauft
haben, um uns eigene Buttons zu machen. Und dann haben wir
gemerkt, dass große Nachfrage danach besteht. Gerade
lokale Bands können sich die Sachen persönlich abholen.
So fungiert red.can.records eben nicht nur als Label, sondern
auch als Dienstleister für Musik. Hilfe zum Selbermachen
eben.
Bisher erschienen bei red.can Scheiben der Bands Russ
Defense, Gepetto, Jesus Kid Canaveral, Fluf, Jakov Goodnight,
Purren und Are We Electric? Einen aktuellen Einblick in das
Programm gibt der Labelsampler mit jeweils einem Song von
jedem Release. Die siebbedruckte CDR plus zahlreiche Aufkleber
und einen Button kann man gegen fünf Euro inkl. Porto bei
order@red-can.com bestellen.
Weitere Infos:
www.red-can.com
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