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MAYERS - Ausgabe 1/2005
 

Wir haben es alle verspürt bei der ersten MAYERS-Konferenz für das vorliegende Heft, dieses Gefühl der Leere, das eine Art umgekehrten Druck im Bauch erzeugt. Den ganzen Tag über hatten wir nichts Gescheites gegessen, und unser Verleger hat uns auch nur ein Bier spendiert. „Hunger!“ haben wir nur gedacht, die Konferenz schnell beendet, und sind zum nächsten Wirt gestürzt. „Teuer!“ haben wir gedacht, als wir endlich satt waren, und beschlossen, wieder öfter selbst zu kochen.

Was bei unserem Wirtshausbesuch außerdem heraus gesprungen ist, ist die Idee für die Titelgeschichte des vorliegenden MAYERS: Wir wollen uns und euch zeigen, wie man
• billig (für maximal 5 Euro für zwei Personen)
• lecker (besser als bei Muttern, das ist unser Anspruch!)
• auf nur zwei Kochplatten (weil Sandra in ihrer Wohnung in der Studentenstadt nicht mehr zur Verfügung hat)
• und in höchstens einer Stunde (wir haben ja nicht ewig Zeit!) kochen kann.
Und weil es außer uns noch mehr Leute gibt, die besser als ihre Mütter kochen – hier zwei Tipps zur weiteren Inspiration:



Tipp Nummer eins ist ein Hör-Kochbuch, in dem zwei krasse Checker aus dem Hasenbergl erzählen, wie sie eine Tomaten-Zucchini-Suppe mit Dilljoghurt hinbekommen oder eine Ofenkartoffel mit Basilikum-Tomatenfüllung. Das klingt krass? Das ist krass! Erkan und Stefan haben fett dran gearbeitet, ihr Kochhörbuch „Krass! Kochen! Kolesterinarm!“ bei Humboldt (18,90 Euro) herauszubringen. Und weil sie auf ihrer Koch-CD kein Döner-Rezept verraten, sondern nur Rezepte für krasse, kolesterinarme Köstlichkeiten, ist jene allen Studenten zu empfehlen, die Abwechslung haben wollen von der Kantine und von Mama‘s Kebab Haus.

Tipp Nummer zwei ist das neue Buch des Münchner Sternekochs Alfons Schuhbeck: „Gerichte mit Geschichte“ (16,80 Euro bei Zabert & Sandmann). Schuhbeck lehrt darin nämlich nicht nur das Kochen, er lehrt auch Zeitgeschichte: Zu jedem Gericht erklärt er, woher der Name, die Zutaten etc. kommen. So lernt man beispielsweise, dass die Pizza Margeritha der ersten italienischen Königin Margherita von Savoyen (1851 bis 1926) gewidmet ist. Und dass Ketchup nicht aus den USA, sondern aus China kommt: Dort wurde es im 17. Jahrhundert als „kêtsiap“, einer kalten Sauce aus passiertem Fisch, Muscheln und Gewürzen erfunden.

So, jetzt aber genug der Vor-Worte – jetzt einfach guten Appetit auf das neue MAYERS!

Das große Fressen

2 Kochplatten, 5 Euro, 60 Minuten Zeit – das muss reichen für ein Festmahl für zwei. Zumindest haben wir das auf der Redaktionskonferenz beschlossen. Und kurz darauf die Kochlöffel geschwungen. Für unsere Resultate sollte unsere MAYERS-Küche glatt in den Guide Michelin aufgenommen werden. Seht selbst:

Arnos exquisite Zwiebelsuppe

Und was kocht Arno? – „Zwiebelsuppe.“ – Wie, Zwiebelsuppe? Und was dazu? – „Nur Zwiebelsuppe. Das reicht. Das werdet ihr schon sehen.“ Das Beste daran: Eigentlich kostet dieses Gericht gar nichts. Denn alle benötigten Zutaten sollten sich in einem mäßig sortierten WG-Haushalt finden lassen.

Zutaten für 2 Personen:
4 bis 6 Zwiebeln (je nach Größe), in dünnen Scheiben
1 Liter Brühe (= 2 Brühwürfel, egal, ob Fleisch- oder Gemüsebrühe)
1 Glas Weißwein
4 Scheiben Toast
etwas geriebener Käse
ein Klecks Butter
ein Schuss (Oliven-)Öl
1 gehäufter EL Mehl
Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika, Maggi-Würze, Worchestersauce, Tabasco…)
evtl. 1 EL Crème Fraîche

Und so geht‘s:
Butter und Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln und etwas Salz zufügen und bei mittlerer Hitze etwa 20 Minuten unter gelegentlichem Rühren dünsten. Wenn die Zwiebeln goldgelb sind, das Mehl darüber stäuben und verrühren. Brühe und Wein hinzufügen, aufkochen, würzen und 30 bis 40 Minuten bei teilweise aufgelegtem Deckel köcheln lassen.
Abschmecken, nach Belieben einen Esslöffel Crème Fraîche unterrühren, Suppe in Teller schöpfen, zwei Toastscheiben drauflegen, mit Käse bestreuen, in der Mikrowelle oder Backofen Käse zum Schmelzen bringen. Fertig.

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Jennys knalleheiße Tomaten-Mozzarella-Brote aus dem Backofen

Zutaten für 2 Personen:
sechs Scheiben Brot (circa 60 Cent),
eine Packung pürierte Tomaten (circa 60 Cent),
ein Stück Mozzarella (49 Cent)
drei Tomaten (circa 1 Euro).
Gewürze

Und so geht‘s:
Die Brotscheiben mit den pürierten Tomaten bestreichen, in Scheiben geschnittene Mozzarella und Tomaten auf die Brote legen, getrocknete Gewürze (Basilikum, Oregano, Thymian oder eine Gewürzmischung) sowie etwas Salz und Pfeffer darüber streuen - und dann alles bei circa 200 Grad rund zehn Minuten im Backofen backen lassen, bis der Käse so richtig schön geschmolzen ist.
Achtung: Die Brote sind knalleheiß, also mit dem Reinbeißen etwas warten! Jenny hat sich beim letzten Mal ordentlich den Mund verbrannt...

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Ingrids verführerische Spinat-Nudeln

Vor ein paar Monaten ist Ingrid umgezogen. Das, was sie zum Leben so braucht, hat sie in ihrer neuen Wohnung inzwischen zum Laufen gebracht. Es gibt allerdings noch jede Menge zu tun, damit die Wohnung richtig schön wird. Gut, dass sie ein paar handwerklich begabte Freunde hat!
„Ich komme dann nächste Woche mal vorbei und hänge dir das Bücherregal auf“, sagt zum Beispiel Wolfi. Und Ingrid sagt: „Super, dann koche ich dir was Schönes!“, denn sie weiß, dass er gern gut isst – und wenn er dann entsprechend gut gelaunt ist, ihr vielleicht auch noch die Duschvorhangstange montiert.
Um jederzeit für solche Freundesbesuche gewappnet zu sein, braucht es gar nicht viel.

Zutaten für 2 Personen:
eine Packung Nudeln (500 Gramm)
eine Packung gefrorenen Blattspinat (450 Gramm)
ein 200-Gramm-Stück Gorgonzola oder Schafskäse
Salz, Pfeffer, Essig, Öl, evtl. Zwiebeln, Knoblauch und weitere Gewürze

Und so geht‘s:
Den Spinat aus dem Eisfach nehmen. Topf Nummer eins mit genügend Wasser füllen, zum Kochen bringen. Wenn es so weit ist, die Nudeln nach Anweisung kochen (je nach Hunger bis zu 500 Gramm – dann muss aber evtl. die Käsemenge etwas erhöht oder die Sauce mit Sahne gestreckt werden).
In der Zwischenzeit im zweiten Topf (oder in einer Pfanne) Fett erhitzen. Nach Belieben Zwiebel und/oder Knoblauch leicht darin anbraten. Spinat dazu geben, Deckel drauf, und alles auf kleiner Hitze stehen lassen, bis der Spinat aufgetaut ist, gelegentlich umrühren.
Nach Belieben würzen, Käse in kleine Stücke schneiden und untermischen. Die gekochten Nudeln dann mit der Spinat-Käse-Sauce mischen und servieren.

Dazu schmeckt Tomatensalat, den man, während die Nudeln kochen und der Käse mit dem Spinat verschmilzt, zubereiten kann: Etwa ein Pfund Tomaten in Spalten oder Scheiben schneiden, mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer mischen. Wer’s mag, kann noch eine kleine Zwiebel - in Ringe geschnitten - dazu tun.

Gut zu wissen: Die Zubereitungszeit kann auf unter eine halbe Stunde reduziert werden, wenn man den Spinat eine Weile vorher aus dem Eisfach nimmt.

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Chicorée à la Frank-aise

Frank kocht eigentlich eher Dinge wie Müsli, Fertigpizza und Nudeln mit Ketchup und Ei. Wenn er allerdings Besuch kriegt, dann kann er auch anders:

Zutaten für 2 Personen:
drei Chicorées
200 Gramm Hinterschinken
150 Gramm Emmentaler
Reis

Und so geht‘s:
Die bräunlichen Stellen am Chicorée abspülen, den Chicorée längs halbieren und den bitteren Strunk großzügig rausschneiden. Jede Chicorée-Hälfte mit einem Blatt Schinken umwickeln.
Wasser in einen Topf geben, so dass es etwa ein, zwei Zentimeter über dem Boden bedeckt. Die Chicorées übereinander in den Topf schichten. Deckel drauf, und das Wasser zum Kochen bringen. Wenn es kocht, den Topf auf halber Hitze weiter brodeln lassen.
Nach zehn Minuten fängt der Schinken an, sich leicht zu kräuseln – dann den gewürfelten Emmentaler drüber geben. Bei geschlossenen Deckel schmelzen lassen. Fertig.

Dazu passen Reis – und Weißwein.

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Süßes von Sandra

Zutaten für 2 Personen:
Für 12 bis 15 österreichische Zwetschgenknödel braucht man
400g gekochte Kartoffeln (mehlig)
1 Ei
30 Gramm Fett
20 Gramm Mehl
eine Prise Salz
frische Zwetschgen mit Kernen

Und so geht‘s:
Sämtliche Zutaten zu einem Kartoffelteig verarbeiten. Sind die Kartoffeln noch heiß, dann sollten zusätzlich 30 Gramm Grieß und 30 Gramm Butter eingearbeitet werden, das ganze eine Weile rasten lassen.
Schließlich formt man aus dem Teig eine Rolle, aus der man 12 bis 15 kleine Stücke abschneidet. Darauf legt man frische, unentkernte Zwetschgen – und formt daraus Knödel. Diese legt man in schwach kochendes Salzwasser – und lässt sie darin etwa 10 Minuten ziehen.
Zum Schluss röstet man Semmelbrösel in Butter, wälzt die Knödel darin und bestreut das Ganze mit Zucker.

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Vorsommerfest

500 Künstler, 100 Veranstaltungen, 4 Tage, 2 Euro: Das StuStaCulum präsentiert Musik, Theater und Kunst

Zum 17. Mal öffnet das StuStaCulum in der Studentenstadt Freimann vom 25. bis 28. Mai seine Tore. Alte Hasen wissen bereits, dass das größte studentisch organisierte Theater- und Musikfest Deutschlands jedes Jahr den Beginn der Sommerfestivals und der Biergartenzeit einläutet. Zum ersten Mal allerdings findet das StuStaCulum aufgrund der günstig gelegenen Feiertage bereits Ende Mai und schon an einem Mittwoch statt. Als Besonderheit wird außerdem bereits am Dienstagabend, einen Tag vor dem offiziellen Beginn, in der umgebauten Turnhalle der Studentenstadt eine Veranstaltung des erfolgreichen TU-Kinos stattfinden: Ihr könnt dort die Filme „Ray“ und „Zatoichi, der blinde Samurai“ zu gewohnt günstigen TU-Film-Preisen sehen.

Das Musikprogramm des StuStaCulums ist wieder vom Feinsten, es wird eine bunte Mischung aus Reggae, Hip-Hop, Rock, Pop und vielem mehr geboten. Nach dem großartigen Charterfolg des letztjährigen bis dato unbekannten MAYERS-Tipps für das StuStaCulum – „Juli“ – können wir euch dieses Jahr nur wärmstens die rockigen Newcomer „Surfits“ und „Alev“ empfehlen. Aber auch ansonsten lohnt es sich auf alle Fälle, zu allen fünf Bühnen zu pilgern und kräftig abzutanzen. Für das leibliche Wohl sorgen wieder die TribüHne mit ihren leckeren Pizzas und die köstlich duftende Schmankerlmeile mit ihren Leckereien aus verschiedensten Nationen und Kulturen.

Aber nicht nur musikalisch trifft das StuStaCulum den richtigen Ton, auch Theater und Kabarett kommen hier nicht zu kurz. Theaterbegeisterte werden mit Kabarett oder auch Improvisationstheater von beispielsweise „Philipp Weber“ und „Subiti“ verwöhnt. Und wer sich ein Wochenende ohne Sportveranstaltung nicht vorstellen kann, der sollte unbedingt beim Damenfußballturnier und beim Rugby-Cup vorbeischauen.

Neben Musik-, Theater- und Kulturgenüssen wird in der Studentenstadt natürlich noch viel mehr geboten, was das StuStaCulum zu einem kulturellen Großevent mit einmaligem Flair macht. Wer sich mal kurz vom Trubel erholen möchte, sollte unbedingt die Ausstellungen im MKH-Vorbau anschauen, den überwältigenden Blick von der höchsten Biergarten-Terrasse Münchens im 19. Stock des HSH-Hochhauses genießen oder sich einfach mit einer gemütlichen Maß Bier auf die große Liegewiese oder ins Atrium setzen. Der MAYERS-Zelttipp ist übrigens die „Cuba Lounge“ etwas versteckt neben dem Atrium beim Eingang: Dort laden Couchen zum Entspannen ein, und feinste Zigarren und kubanische Getränke wie Cuba Libre oder Havanna Club verbreiten chillige Atmosphäre.

Für nähere Informationen zum Programm oder zur Anfahrt schaut einfach auf www.stustaculum.de und plant vier Tage endlosen Spaß und gute Vorsommerlaune mit ein!

Sandra Janecek

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Zwischen Bibliothek und Bim Bam Bino

„Das ist immer so ein Kiefer-Runter-Faller“ sagt Julia, 25, Archäologie-Studentin im dritten Semester. Ihre Kommilitonen staunen nicht schlecht, wenn sie, die am liebsten Jeans, Sportschuhe und einen dunklen Zopf trägt, erzählt, dass sie bereits Mami ist – obwohl sie so jung ist. Dabei fühlte sich Julia nach der Geburt ihrer inzwischen 2-jährigen Tochter uralt. Immer zu Hause bleiben – da fiel ihr erst einmal die Decke auf den Kopf.

Ein ganzes Jahr Pause machte Julia, nachdem Lydia geboren war. Das würde sie jeder Studentin mit Kind empfehlen, „das tut der Mutter-Kind-Beziehung unheimlich gut“. Dennoch fühlt sie sich wieder viel lebendiger, seit sie wieder studiert. Und das, obwohl der Uni-Besuch einen enormen Organisationsaufwand für Julia bedeutet: Sie muss genau planen, „wer wann wo auf wen aufpasst.“

Die Kleine mit in die Uni zu nehmen – das wäre ihr zu stressig: Klein Lydia brabbelt nämlich viel zu gerne vor sich hin und kann sich kaum still halten. Julia kennt allerdings eine Studentin, deren 4-jährige Tochter während der Vorlesung ruhig bleibt und für sich malt. „Beneidenswert“, so Julia.

So aber ist die Kleine vormittags in der Studentenkrippe Bim Bam Bino in der Studentenstadt Freimann untergebracht. Mama Julia kann währenddessen getrost studieren. In der Bibliothek allerdings darf sie die Uhrzeit nicht aus den Augen verlieren, damit sie ihre Tochter rechtzeitig abholen kann. Meist kann sie nicht bleiben, bis sie ihr Arbeits-Pensum erledigt hat.

Wenn sie die Kleine allerdings einmal wirklich nicht abholen kann, dann steht eine Großtante vor der Kinderkrippe. Überhaupt ist es eine große Erleichterung für die junge Mami, dass sie auf ein gut ausgebautes „Familienunterstützungsnetz“ zurückgreifen kann: „Dass wirklich Gute daran, dass ich in solch jungen Jahren ein Kind bekommen habe, ist:“, sagt sie lachend, „die Omis sind noch fit.“

Ihre guten „Babysitting-Connections“ ermöglichen ihr auch, dass sie am Abend gelegentlich gemeinsam mit ihrem Mann Sven weggehen kann. Spontan um die Häuser zu ziehen – das geht allerdings nicht mehr. „Das ist der Preis“, sagt Julia.

Und es gibt noch mehr, was für die junge Mami auf der Strecke bleibt: Ihr Plan, ein Auslandssemester in England oder Italien zu verbringen, rückte beispielsweise in unerreichbare Ferne.

Alles in allem aber ist sie froh, dass sie alles so gemacht hat, wie sie es gemacht hat. Vor allem ihr Mann Sven war ihr in Phasen, wo sie sich unsicher war, wie sie das alles schaffen würde, eine große Unterstützung. Ihr hat es sehr geholfen, dass er gesagt hat, dass er das Kind auf jeden Fall will. „Wir sind sehr glücklich miteinander, gell Mäuschen“, sagt Julia zu ihrer Tochter. Jene grinst und sagt: „Papi!“

Nadja Gosch

Mit Links studieren
www.studentenwerk.mhn.de/kinder
www.uni-muenchen.de/frauenbeauftragte
www.campus-eltern.de

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